Kostenfrage stellt sich

STADTLOHN. Eine neue Rechnung aufgemacht hat Planer Heiner Farwick am Dienstagabend im Bauausschuss. Sie könnte auf zusätzliche Ausgaben in Höhe von bis zu 1,3 Millionen Euro hinauslaufen, wenn die Stadt Stadtlohn die Gelegenheit nutzen will, die Sanierung der Herta-Lebenstein-Realschule umfassender zu gestalten.

Bislang ging es um Maßnahmen, um das 1968 errichtete Gebäude energetisch auf den neuesten Stand zu bringen. Eine Maßnahme, die sich lohnen dürfte: Der Energieverbrauch könnte von 732 auf 119 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr sinken. Die Marschrichtung ist seit längerer Zeit dafür abgesteckt, auch die Fördermittel des Landes aus dem "I-Pakt" fließen: 2,456 Millionen Euro fließen. Insgesamt bezifferte Farwick den Mittelbedarf für die energetische Sanierung auf 3,845 Millionen Euro. Und er verdeutlichte: An den zentralen Punkten des Sanierungskonzeptes darf nicht gerüttelt werden, will die Stadt nicht die Landesmittel riskieren.

Neue Dämmung
Die wichtigsten Schritte zeigte Farwick noch einmal auf: Die Gebäudehülle braucht eine neue Dämmung, die Fassade und Dach einschließt, neue Fenster sollen für bessere Dämmung und bessere Lüftung sorgen, der Ölkessel der Heizung im Keller durch eine Biomasseanlage ersetzt werden. Zwingend erforderlich seien aber auch Maßnahmen im Brandschutz: Nur wenn überall ein zweiter Fluchtweg zur Verfügung stehe, sei das Konzept genehmigungsfähig. Im Gebäudeinneren sind eine Rampe für Rollstuhlfahrer und die Sanierung der Toiletten in die Pläne eingeflossen. Und nicht zuletzt gilt es, die alte Beleuchtungsanlage zu ersetzen.

Über dieses Kernpaket hinaus seien aber auch weitere Schritte denkbar und zum Teil auch dringend geboten,, um die Schule baulich fit für die Zukunft zu machen: Zehn Punkte listete Farwick dazu auf. Sie reichen von brandschutztechnischen Maßnahmen über die Beseitigung von Schadstoffen in Fugen, Rohrummantelungen bis hin zur Erneuerung eines Teils der Leitungen. Allein diese von Farwick als dringlich eingestuften Schritte hätten ein Investitionsvolumen von zusätzlich 435000 Euro, alle zehn kommen auf 1,3 Millionen.

Finanzen berücksichtigen
Stoff zum Diskutieren in den Fraktionen - und Bürgermeister Helmut Könning gab den Politikern dafür mit auf den Weg, einerseits die Dringlichkeiten zu berücksichtigen, andererseits aber auch die angespannte Finanzlage der Stadt nicht zu vergessen. Und weiterer Diskussionsbedarf im Detail kündigte sich bereits in der Sitzung an: Der Verzicht auf eine Lüftungsanlage zugunsten einer "Lüftung von Hand" über die Fenster fand nicht nur Freunde, auch wenn sie die preiswerteste Lösung darstellen dürfte. Nach den Sommerferien dürfte das Konzept in die Feinbearbeitung gehen.

aus der Münsterland Zeitung von 23. Juni 2010

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