Musical mit Witz und Herz

STADTLOHN. Normalerweise haben Zuschauer einer Theateraufführung zu schweigen. Die einzige Möglichkeit, sich zu äußern, ist der Beifall. Das gilt aber nicht für Märchen aus 1001 Nacht.

Und den spendete das Publikum in der Herta-Lebenstein-Realschule in Stadtlohn reichlich, als die Schüler der Klasse 6c das märchenhafte Musical "Die neidischen Schwestern" in orientalischen Glitzerkostümen aufführten. Dennoch wurden die Besucher in der voll besetzten Aula auch noch zu weiteren Aktivitäten animiert. Besonders charmant konnte das Saif (Dirk Bomkamp), Freund und Wesir des Kalifen von Bagdad Chusrau Schah (Lukas Föcking). Saif erklärte das Publikum zum "Volk".
Denn mitten in der Geschichte drohte ein Unheil der Kalifin Mardschana (Sabrina Pilarczyk) durch die List ihrer neidischen Schwestern Zubaida (Isabel Barbosa Rodrigues) und Maimuna (Lisa Marie Hellmann).

Böser Betrug
Dabei begann alles so friedlich. Der Erzähler (Autor und Musiklehrer Adalbert Galli) leitete von einem Akt zum nächsten, in dem erst die Liebe, dann Neid und Missgunst und zum Schluss ein Happy-End stattfindet. Der Kalif erwählte Mardschana, die jüngste der Schwestern, aus Liebe zur Frau.
Die selbst alle unglücklich verheirateten Schwestern boten sich bei der Niederkunft ihrer Schwester als Hebammen an. Sie setzten das Kalifenkind im Weidenkorb aus und präsentieren dafür Tiere und eine Baumwurzel. Wütend drohte der Kalif, seine Frau mit dem Schwert zu richten, und jedes Mal bat das "Volk" zusammen mit den sechs Haremsdamen um Gnade für die Kalifin, die nach der dritten Geburt verstoßen wurde.
Alle drei Kinder wurden vom kinderlosen Oberaufseher der königlichen Gärten (Justin Banken) und seiner Frau (Lina Middelick) gefunden und groß gezogen.
20 Jahre später waren die Zieheltern tot. Perizade (Christin Schmittmann-Wehning), Bahman (Leon Schlüter) und Parwez (Tom Thering) trafen die Pilgerin ((Nadja Oing). Mit Erlebnissen der Geschwister um einen sprechenden Berg, einem singenden Baum und dem goldenen Wasser leitete sie die Familienzusammenführung ein.
Humorvoll und dennoch hochkonzentriert gestalteten die Schüler die einzelnen Phasen des Schachtelmärchens, das Galli aus der Kindheit kannte und in dieser Form 1999 niederschrieb.

Glückliches Ende
Begeisternd leicht wirkte vieles, hinter dem intensive Probenarbeit der Klasse mit ihrem Lehrer Galli lag. Natürlich gab es zum Schluss ein Happy-End, wie es sich für ein richtiges Märchen gehört. Die Geschwister treffen ihre richtigen Eltern. Das ganz persönliche Happy-End für die Akteure auf und hinter der Bühne war der verdiente, donnernde Applaus des begeisterten "Volkes".

aus der Münsterland-Zeitung vom 20. Dezember 2010

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