Das unbekannte Geschenk

Der Sozialdienst katholischer Frauen hat mit den Neuntklässlern der Herta-Lebenstein-Realschule jetzt Projekttage zum Thema "Sexualität und Fruchtbarkeit" durchgeführt; im Bild mit (hinten von links) Almuth Hessling, Elisabeth Ahler, Markus Funke und Lehrerin Barbara Knappe. (Foto: MZ)

STADTLOHN. „Darüber“ reden – das fällt den Jugendlichen gegenüber Erwachsenen nicht immer leicht. Dass es dennoch etwas bringen kann, haben in dieser Woche die Neuntklässler der Herta-Lebenstein-Realschule in Stadtlohn erfahren.

„Viele glauben heute, schon alles zu wissen“, sagt Elisabeth Ahler. Sie arbeitet in der Schwangerschaftssozialberatung des Sozialdienstes katholischer Frauen (SkF) Ahaus-Vreden. Elisabeth Ahler leitete die Projekttage, die in dieser Woche im Pfarrzentrum St. Otger stattgefunden haben. An vier Tagen hat sich jeweils eine der neunten Klassen dort eingefunden. Einen ganzen Vormittag lang beschäftigten sich die beiden Referenten mit den Schülern. Beide bringen entsprechendes Fachwissen mit: Almuth Hessling aus der Arbeit mit Schwangeren und jungen Müttern beim SkF, Markus Funke aus der aufsuchenden Jugendarbeit.

Angemessenen Weg aufzeigen

Beide kennen also die „Zielgruppe“ – und im Gespräch mit der Münsterland Zeitung machen sie auch klar, dass es in Zeiten von Internet und Handyfilmen umso wichtiger ist, Jugendlichen einen angemessenen Weg zu sich selbst, ihrer Rolle und ihrer Sexualität aufzuzeigen. Diesem Ziel folgend, sind die Projekttage auch aufgebaut: Im Mittelpunkt steht zunächst das „Geschenk der fünf Sinne“. Dabei geht es um Fragen nach dem Grundverständnis von Sexualität, nach ihrem Sinn und Ziel, aber auch wo sie sich im Körper abspiele und wann sie anfange.

Dass die Jugendlichen sich in einer besonderen Lebensphase befinden, spiegelt sich auch in der Fragestellung „Was hat sich in den letzten Jahren, Monaten bei mir verändert?“. Damit sollen die Schüler dazu geführt werden, sich mit der eigenen sexuellen Identität auseinanderzusetzen. Und im „ABC der Freundschaft“ arbeiten die jungen Teilnehmer heraus, was ihnen in einer Beziehung wichtig ist. Viel Wissenswertes gibt es auch beim Punkt „Fruchtbarkeit bei Mann und Frau“ zu erfahren: Dass Sexualität und Fruchtbarkeit nicht voneinander zu lösen sind und wie die Mechanismen der Natur ablaufen, sorgt bei vielen Jugendlichen für einigen Erkenntnisgewinn.

Lebensfragen

Schließlich kommen die Neuntklässler mit den Referenten auch über Lebensfragen ins Gespräch, über Verhütung, aber auch über Schwangerschaft, Beratungsmöglichkeiten und über sexuell übertragbare Krankheiten. Nicht zuletzt weist der SkF in diesem Zusammenhang hin auf seine Angebote zur Information und Beratung. Sie richten sich an Schwangere, Mütter und Väter nach der Geburt eines Kindes sowie jungen Menschen, die Fragen unter anderem zur Lebens- und Familienplanung haben.

Bei den Schülern fällt das Fazit jedenfalls positiv aus. „Wir haben viel Neues erfahren“, so lautet einhellig der Tenor. Und auch den Referenten hat die Arbeit mit den Klassen Freude gebracht. Markus Funke bringt die wohl wichtigste Erkenntnis, die die Jugendlichen mitnehmen, so auf den Punkt: „Ihr könnt Spaß haben – und trotzdem Verantwortung tragen“.

aus der Münsterland Zeitung vom 25. März 2011

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