Jugendschutztag 2012

Realschüler sprechen über Sexualität

Anhand von simplen Hilfsmittel wie der Zykluskette oder dem Stoppschild lernten die Schüler, dass man auch über das Thema Sexualität locker reden kann - und das mit Spaß. (Foto: Jessica Beck)

STADTLOHN „Sexualität: Kann man darüber reden?" - so lautete das Thema der Projekttage, die die Neuntklässler der Herta-Lebenstein-Realschule in Zusammenarbeit mit dem Sozialdienst katholischer Frauen (SKF) nun erlebten.

Bereits seit mehreren Jahren arbeitet die Herta-Lebenstein-Realschule mit dem SKF in Sachen Aufklärung zusammen. „Das ist eine gute Möglichkeit, außerschulisch zu lernen", erklärt Schulleiter Ludger Terfrüchte. Denn man wolle Aufklärung nicht einem anonymen Bereich - wie etwa dem Internet - überlassen. Deshalb arbeiteten die Schüler mit den professionellen Referenten Almuth Hesseling und Markus Funke zusammen.

Getrennte Geschlechter

Bei dem Projekt gehe es vor allem darum, Kommunikation zu erleben und zu merken, dass man nicht alleine mit seinen Fragen sei, so Projektleiterin Elisabeth Ahler von SKF. Getrennt voneinander sprachen Jungen und Mädchen mit den Referenten. „Es ist besser, dass die Mädchen nicht dabei sind. Da kann man freier sprechen", erzählen Maurice Brüwer und Henrik Upgang.

Sie hätten bereits viel Neues gelernt, vor allem was den Zyklus und Verhütung angehe. „Nach der Erläuterung an der Zykluskette frage ich immer: ‚Glaubt ihr, dass es sichere Tage gibt, an denen man ohne Verhütung miteinander schlafen kann?‘", erklärt Markus Funke. Schnell sei dann allen klar, dass man das Risiko nicht eingehen könne.

Offene Kommunikation

Offener sprechen falle ihnen dort auch leichter, erzählen die Schüler. „Das ist besser als in der Schule, weil die Personen kennen uns nicht", meint Maurice. Es gebe auch Jugendliche, die mit ihnen unter vier Augen reden wollen, sagt Funke. „Das würden sie mit Lehrern nicht machen." Bewusste Lebensplanung war ein weiteres Thema des Projektes. Was brauche ich, um einem Kind den Lebensstandard zu bieten, den ich jetzt habe? Die Antwort auf diese Frage brachte viele Schüler zum Staunen und Nachdenken. „Wir werden nun bestimmt mehr darauf achten", meinen Maurice und Henrik.

Die Leichtfertigkeit zu diesem Thema sei nach so einem Seminar eine ganz andere, besonders wenn man auch an Geschlechtskrankheiten denke, erklärt Elisabeth Ahler. „Wir lernen mehr als im Biologieunterricht, weil es handlungsorientierter ist", sagten die beiden Schüler abschließend.

aus der Münsterland-Zeitung vom 8. März 2012

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