Gutachter lobt Sanierung

STADTLOHN - Eine Dreiviertelstunde lang hatte Gutachter Georg Großheimann aus Essen sich am Dienstagabend mit Stadtlohns derzeit größter Baustelle auseinander gesetzt - der energetischen Sanierung der Herta-Lebenstein-Realschule. Danach sah Bürgermeister Helmut Könning das „angekratzte Vertrauen" in die Bauleitung wieder hergestellt.

Dass zu diesem „Ankratzen" überhaupt gekommen war, lag an mehreren Schreiben, die die Verwaltung durch einen Bausachverständigen aus Stadtlohn erreicht hatten. Der hatte darin mehrfach und detailliert auf Dinge hingewiesen, die aus seiner Sicht bei der Sanierung falsch laufen würden.

Dazu nahm sein Essener Kollege Großheimann ausführlich Stellung. So sei die Sockelabdichtung infrage gestellt worden. Großheimann erklärte, dass sowohl der Anschluss zwischen Sockel und Wärmedämmung richtig erstellt sei, als auch ein Schutz vor Feuchtigkeit gegeben sei: Unterhalb des gefährdeten Bereichs seien ausschließlich Hartschäume verwendet worden, keine Mineralwolle.

Fensterfugen

Auch bei den Fensterfugen konstatiert er: Das zulässige Material sei korrekt verbaut worden. Bei der Fassade gehe der Stadtlohner Gutachter von einer falschen Voraussetzung aus: Es handle sich um eine nicht hinterlüftete Fassade - dennoch würden alle Anforderungen auch der DIN für hinterlüftete Fassade erfüllt.

Weitere Punkte des Gutachters: Die Schnittkanten des Dämmstoffes bedürften keiner geschützten Schnittstellen, bei den „Wärmebrücken" liege die Qualität deutlich über dem Ziel der Norm für Wärmeschutz - dort sei sogar ein positiver Effekt statt eines negativen in der Bilanz zu erwarten: „Das ist sehr gut ausgeführt. Da muss auch nichts nachgebessert werden." Wo die Arbeiten bereits fertiggestellt seien, seien sie sachlich und fachlich korrekt ausgeführt.

Lastabtragungspunkte

Bei der Befestigung der Fenster und Türen seien ausreichend statische Lastabtragungspunkte vorhanden. Die von seinem Stadtlohner Kollegen angeführte DIN zum Thema Lüftung beziehe sich nur auf Wohngebäude. Die Schule habe ausreichend Fenster, die gelüftet werden könnten. Sein Fazit: „Ich kann zur Qualität der Schule nur gratulieren."

Das Schlusswort blieb Bürgermeister Helmut Könning vorbehalten. Die kritischen Schreiben hätten im Raum gestanden: „Wenn so etwas in die Welt gesetzt wird, erzeugt das Missmut." Der Bericht von Grossheimann zeige jedoch, dass das Vertrauen in den Architekten und die Firmen gerechtfertigt sei: „Hier wird gut gebaut. Das städtische Geld ist gut investiert."

"Musterklasse" besichtigen

Davon kann sich der Bauausschuss schon bald wieder vor Ort überzeugen: Er besichtigt in Kürze eine „Musterklasse", in der dann bereits alle Arbeiten fertiggestellt sein werden.

Stand im Blickpunkt: die Sanierung der Herta-Lebenstein-Realschule in Stadtlohn. (Foto: Thorsten Ohm)

aus der Münsterland Zeitung vom 29. März 2012

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