Fahrt zu Gedenkstätten bewegt Schüler

Die Schülergruppe der Herta-Lebenstein-Realschule vor der Villa am Wannsee, wo der systematische Mord an den Juden bei einer Konferenz im Januar 1942 organisiert wurde.

STADTLOHN - Seit einigen Jahren veranstaltet die Herta-Lebenstein-Realschule mit Schülern der neunten Jahrgangsstufe „gegen das Vergessen" eine Gedenkstättenfahrt nach Auschwitz. In diesem Jahr haben 36 Schüler und drei Lehrer an dieser Fahrt teilgenommen.

„Damit die Gräueltaten des Nationalsozialismus nicht in Vergessenheit geraten, setzten sich die Schüler auf dieser Fahrt intensiv mit dem Holocaust auseinander und erhielten dabei viele Eindrücke und Einsichten“, so die Schule.

Auf dem Programm stand am ersten Tag Berlin mit der Villa am Wannsee, worauf die Schüler sich im Vorfeld schon mit vielen Informationen gut vorbereitet hatten, und der Besuch des Holocaustmahnmals. Am Tag darauf ging es nach Polen nach Oswiecim beziehungsweise Auschwitz in das Zentrum für Dialog und Gebet. Durch die Besuche in den Konzentrationslagern Auschwitz und Auschwitz Birkenau erfuhren die Jugendlichen von den furchtbaren Verbrechen, die dort während des Nationalsozialismus geschehen sind.

Zeitzeuge berichtete

Tief betroffen zeigten sich die jungen Besucher auch von den Erzählungen eines Zeitzeugen, der ihnen einen Einblick in das Leben und die Lebenssituation im KZ gab. Dieser Tag endete mit einem Workshop, in dem die Schüler in kreativen Aktivitäten ihre Erlebnisse verarbeiten konnten. Am nächsten Tag besuchte die Reisegruppe die alte polnische Königsstadt Krakau, eine der schönsten Städte Polens.

Den Abschluss dieser Fahrt bildete der Besuch im Kinderheim Wojcieszow, zu dem die Herta-Lebenstein-Realschule schon seit Jahren eine Partnerschaft pflegt. Die Fahrt sei sehr bewegend gewesen und bereichernd und habe bei den Schülern tiefe Spuren hinterlassen, so die Schule.

Gedenkfeier mitgestalten

Unter dem Eindruck dieser Fahrt haben die Schüler auch die Gedenkfeier zur Reichspogromnacht mit vorbereitet und werden sie am Freitag, 9. November, um 17 Uhr am jüdischen Friedhof an der Klosterstraße auch mitgestalten.

aus der Münsterland Zeitung vom 9. November 2012

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