„Darüber“ offen reden

Bei den Projekttagen für die neunten Klassen der Herta-Lebenstein-Realschule ging es im Pfarrzentrum St. Otger um viele Fragen rund um Pubertät und Identität. Für das Foto stellten sich Schülerinnen und Schüler gemeinsam auf - in der Praxis werden die Themen in Gruppen besprochen, die nach Geschlecht getrennt sind.

STADTLOHN - Nicht mit Mathe oder Deutsch, Physik oder Englisch haben sich die Neuntklässler der Herta-Lebenstein-Realschule in Stadtlohn bei den Projekttagen in dieser Woche beschäftigt, sondern mit sich selbst. Ihre menschliche Entwicklung stand im Mittelpunkt. Und da tut sich gerade bei den 15-Jährigen eine ganze Menge: Sie stecken in der Pubertät. Auch wenn die einen - die Mädchen - biologisch bedingt schon etwas weiter sind als die anderen - die Jungs -, so stellen sich allen gemeinsam doch viele Fragen rund um das Erwachsenwerden.

Antworten vermittelte das Projekt des Sozialdienstes katholischer Frauen (SKF) Ahaus-Vreden. Das Thema: „Sexualität und Fruchtbarkeit". Etwas, bei dem nicht nur viele Jugendliche erst einmal ins Kichern kommen oder zur Sicherheit besser gar nichts sagen, wenn sie vor und mit anderen darüber reden sollen. „Wir haben deshalb ganz bewusst einen Rahmen außerhalb der Schule aufgesucht", berichtet Elisabeth Ahler, die Projektleiterin. Im Pfarrzentrum St. Otger arbeiten Almuth Hessling und Markus Funke als Referenten deshalb getrennt mit zwei Gruppen: den Schülerinnen und den Schülern. „Das macht es viel einfacher, über solche Themen zu reden", berichtet eine Schülerin.

Praktische Fragen

Und zu besprechen gibt es viel. Wie ist das mit der Sexualität? Welche Rolle spielt sie im Leben? Was hat sich in der Pubertät verändert - körperlich und seelisch? Auch ganz praktische Fragen kommen auf den Tisch: Fakten zum Zyklus der Frau ebenso wie Familienplanung und Verhütungsmittel, Wissenswertes über Schwangerschaft und die inneren Konflikte und Probleme, die für eine Jugendliche als werdende Mutter daraus erwachsen können.

„Für uns ist es ein sehr wichtiges Anliegen, in dieser Hinsicht mit den Jugendlichen auch ganz konkret über ihre Lebensziele zu reden", sagt Elisabeth Ahler. „Die externen Referenten schaffen bei den Schülern die Freiheit, offen zu sprechen", lautet die Erfahrung von Lehrerin Barbara Knappe. Aus vorangegangenen Durchläufen der Projekttage weiß sie, dass diese bei vielen der jungen Teilnehmer lange nachwirken. Das bestätigt auch Elisabeth Ahler: „Es gibt einen Anreiz, sich weiter mit diesen Fragen zu beschäftigen."

aus der Münsterland Zeitung vom 15. März 2013

 

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