Experimente und gemeinsame Musik

STADTLOHN. Chemieunterricht steht auf dem Stundenplan der Klasse 9b der Herta-Lebenstein-Realschule - an diesem Tag mit Gästen. Sechs erwachsene Menschen mit Behinderung der Haus Haller Werkstatt verfolgen das Geschehen, werden in den Tischgruppen einbezogen, schütteln Reagenzgläser.
Verschiedene kleine Experimente mit Säuren und Laugen fordern zum Mitmachen auf. „Chemie ist die Lehre der Stoffe und ihrer Reaktionen miteinander", hat die Lehrerin Anne Robers zu Beginn der Stunde an die Tafel geschrieben.

Chemie und keine Zauberei
Es sieht aus wie Zauberei, aber es ist Chemie: Drei wasserklare Flüssigkeiten verwandeln sich im Nu in rote oder grüne Farbe, und dann wieder in rote. Und dann wuchert auch noch in Sekunden ein Pilz aus schwarzem Kohlenstoff aus dem Messglas heraus, und zwar mit Gestank. „Cool", sagt Frank.
Nach der Frühstückspause geht es weiter mit Musikunterricht, diesmal mit einer fünften Klasse. Klanghölzer, Schütteleier und jede Menge Trommeln stehen bereit, damit alle mitmachen können. Musik ab, lautstark, versteht sich. Der Hit stammt aus dem Kinofilm „Madagaskar" und alle kennen ihn. Aber es ist nicht leicht, dazu den passenden Rhythmus zu spielen. Noch schwerer ist es, auf das Signal „Stopp" zu reagieren. Weil's einfach zu schön ist, weiterzumachen.
In regelmäßigen Abständen verbringen Beschäftigte der Stadtlohner Werkstatt für Menschen mit Behinderung einen Vormittag in der Herta-Lebenstein-Realschule gleich nebenan. Es ist ein Bildungsangebot und gleichzeitig gelebte Nachbarschaft.

Gegenbesuch in Werkstatt
Diesmal begleitet Ines Knaup die kleine Gruppe. Für die Gruppenleiterin steht fest: „Der Kontakt zwischen unseren Einrichtungen ist richtig prima." Dazu gehören auch die Gegenbesuche. In jedem Jahr kommen Realschüler für einen Vormittag in die Werkstatt an der Burgstraße. Sie erleben einen Rundgang und hospitieren in einer der vielen Arbeitsgruppen. Auch das gemeinsame Mittagessen gehört dazu.
Von dem Schulbesuch zieht die Gruppenleiterin Ines Knaup ein positives Fazit: „Ich bin erstaunt, mit welcher Selbstverständlichkeit gerade die jüngeren Schüler auf unsere Beschäftigten zugehen."

aus der Münsterland Zeitung vom 5. Dezember 2013

 

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