Roboter im Weltraum

STADTLOHN - Bereits zu Beginn der Besucherzeit war das Foyer der Herta-Lebenstein-Realschule am Samstag mit viel Leben erfüllt. Dabei standen doch an diesem Tag eigentlich nicht lebendige Apparaturen im Mittelpunkt: Hoch motiviert arbeiteten zahlreiche Schüler an ihren Robotern, um sie in den Wettbewerb gegen andere zu schicken.

Auch Mädchen konnten sich für die Technik begeistern. Foto: MZ

„Mit diesem Event wollen wir Naturwissenschaft und Technik-Projekte fokussieren, um sie später auch im Unterricht tiefer verankern zu können", informierte Projektleiter Dietmar Kemper. Bereits seit zehn Jahren betreut er die schuleigenen Roboter-Teams der Herta-Lebenstein-Realschule.
Vier von ihnen traten an diesem Tag gegen 23 weitere Teams aus dem Westmünsterland, Niedersachsen, Niederrhein und den Niederlanden an. Große Konkurrenten stellten die niederländischen Teams dar. Wie auch ein Team der Herta, war eines von ihnen bereits im weltweiten Finale des Wettbewerbs vertreten.

Drei Altersklassen
Die Teilnehmer im Alter von 8 bis 19 Jahre wurden in drei Altersklassen unterteilt. In zwei- oder dreiköpfigen Teams nahmen sie am Wettbewerb teil. Sie reisten mit ihren mobilen Maschinen an, zunächst in Einzelteile zerlegt, und setzten sie in der 150-minütigen Bauphase zusammen. Als die letzten Roboter ordnungsgemäß abgestellt wurden, zeigte der an die Wand projizierte Countdown nur noch zehn Sekunden.
Was folgte, war eine Mittagspause, in der die Roboter vermessen wurden. „Wenn wir den Sensor so positionieren, muss es doch passen", hoffte eines der Teams. Innerhalb von zwei Minuten mussten die Roboter die weltweit identischen Aufgabenstellungen aus Russland bewältigen. In diesem Jahr standen sie unter dem Motto „Roboter im Weltraum". „Kein Wunder, dass der Schwierigkeitsgrad so hoch ist: Russland ist in diesem Gebiet eine der führenden Nationen", berichtete Kemper.

Punkte- und Zeitwertung
Ehemalige Schüler protokollierten die Punktzahlen. „Nach langjähriger Teilnahme kann ich den Wettbewerb so von einer anderen Seite kennenlernen", erklärte Schiedsrichter Ramón. Die Punkte ergaben sich aus der Anzahl der erfüllten Aufgaben. Bei Gleichstand spielte auch die benötigte Zeit eine Rolle. Zwischen den vier Runden konnten die Teilnehmer mehreren Umbauphasen nutzen, die im Verlauf des Wettbewerbs verkürzt wurden.
Nur die beiden besten Durchgänge wurden gewertet. So fiel es den Technikbegeisterten nicht schwer, zwischendurch auch über die Fehler ihrer Roboter zu lachen. „Kurz vor Beginn haben wir das Programm gelöscht, anstatt es zu aktivieren... Aber kein Problem", meinte der 12-jährige Eric. Er und sein Team Blue NXT nahmen es sportlich und stellten beeindruckend schnell ein neues Programm für die nächste Runde auf die Beine.

Gebannt verfolgen die Schüler, wie der Roboter sich verhält. Foto:MZ

Hochschulen vertreten
Um junge Menschen für Technik und Ingenieurs- oder IT-Berufe zu begeistern, waren bei der Veranstaltung auch Professoren und Studenten vertreten. Die Fachhochschule Münster bot die Möglichkeit, sich mit einem Programm zu beschäftigen, dass auch in der Filmindustrie eine wichtige Rolle spielt.
Mit großen Augen steuerten die Schüler mit Hilfe von Bewegungssensoren im Wert von über 1000 Euro ein virtuelles Skelett. Auch für Naturwissenschaftliche Phänomene der Chemie und Physik ließen sich Mädchen gleichermaßen wie Jungen von Studenten der Universität Twente begeistern.

Deutschlandfinale
Schließlich konnten folgende Teams den Wettbewerb an der Herta-Lebenstein-Realschule für sich entscheiden: „Kaputronics", „3T-ROX 2", „Maerlant Robotica 1" und das schuleigene Team „Herta-Robotics Senior 1". Sie werden im Juni das Deutschlandfinale in Dortmund miterleben und haben die Möglichkeit, sich für das Weltfinale in Russland zu qualifizieren

aus der Münsterland Zeitung vom 20. Mai 2014


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