Gedenkstättenfahrt 2019

Die Gruppe im Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau

Anfang Oktober fand die jährliche Gedenkstättenfahrt mit 36 Schülerinnen und Schülern der Klassen 9 statt. Zunächst besichtigte die Gruppe in Berlin unter anderem das Holocaust-Mahnmal und die Reichstagskuppel, bevor sie am nächsten Tag in Auschwitz eintraf.
Dort erfolgten Führungen durch das sogenannte Stammlager, in dem sich heute das Museum der Gedenkstätte befindet, und durch das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau. Die Schülerinnen und Schüler bekamen im Lagerarchiv Akteneinsicht. Dabei konnten sie selbst nach Daten der deportierten Stadtlohner Juden suchen und zeigten sich beeindruckt davon, dass auch der Name Herta Lebenstein hier mehrfach zu finden war. Informationen zum jüdischen Leben in Oświęcim, der polnische Name von Auschwitz, vor und nach dem Zweiten Weltkrieg gab es in der wiedererrichteten Synagoge im Zentrum des Ortes. Der Ausflug nach Krakau vermittelte weitere Eindrücke von Land, Leuten und der Historie Polens. Der Besuch des Kinderheims in Wojcieszów, mit dem die Herta-Lebenstein-Realschule eine über 30-jährige Freundschaft verbindet, war wie in jedem Jahr der Höhepunkt der Rückfahrt.
Die Sinnhaftigkeit dieser Fahrt, jungen Menschen die Gräueltaten gegen Juden vor Augen zu führen und die Erinnerung wach zu halten, bestätigte sich leider einmal mehr durch den in der Woche der Fahrt verübten Anschlag auf die Synagoge in Halle. Somit zeigte sich auf erschreckende Weise, wie Recht der Philosoph George de Santayana mit dem Satz hat, der im Eingang zur zentralen Ausstellung im Museum Ausschwitz hängt: „Wer sich nicht an die Vergangenheit erinnert, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen."

aus der Münsterland Zeitung vom 22. Oktober 2019

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