Gedenken an den Novemberpogrom

Auf dem jüdischen Friedhof an der Klosterstraße fand die Gedenkfeier
an den 9. November 1938 statt. FOTO MLZ

Stadtlohn. An den Novemberpogrom vom 1938 haben am Dienstagabend auf dem jüdischen Friedhof an der Klosterstraße zahlreiche Stadtlohner erinnert. Schüler hatten die Gedenkfeier mit vorbereitet.
An die Opfer des Novemberpogroms haben am Dienstagabend viele Stadtlohner auf dem alten jüdischen Friedhof an der Klosterstraße erinnert. Bürgermeister Berthold Dittmann legte einen Kranz nieder und erinnerte an das Schicksal der Stadtlohner Juden, „Leute aus unserer Mitte", wie Stadtlohns erster Bürger betonte. Schülerinnen und Schüler der 9. Klasse der Herta-Lebenstein-Realschule gestalteten die Gedenkfeier mit. Sie lasen dem Anlass entsprechende Texte vor und sangen Lieder. Erst vor rund vier Wochen hatten Schüler dieses Jahrgangs das ehemalige Vernichtungslager Auschwitz besucht.
Ein wütender Mob hatte am 9. November 1938 auch in Stadtlohn Angst und Schrecken in der jüdischen Gemeinde in Stadtlohn verbreitet. Über hundert Stadtlohner haben sich, angeführt von SA-Angehörigen, an Ausschreitungen beteiligt. Sie verwüsteten den Synagogenraum an der Hagenstraße. Zudem wurden auch von Juden bewohnte Häuser demoliert und Wohnungen geplündert. Jüdische Familien wurden im Feuerwehrgerätehaus neben der Polizeiwache am Markt eingesperrt.
Drei Jahre später, im Dezember 1941, wurden die letzten zehn noch in Stadtlohn verbliebenen Juden nach Münster gebracht; von dort setzte sich wenige Tage später ein Deportationszug mit etwa 1.000 Juden aus dem Münsterland in Richtung Riga in Bewegung. Die meisten von ihnen kamen ums Leben.

aus der Münsterland Zeitung vom 10. November 2021

© 2018 Herta-Lebenstein-Realschule - Burgstr. 38-42 - 48703 Stadtlohn