Sanierung kommt in Fahrt

STADTLOHN Rund 3,8 Millionen Euro sollen in die energetische Sanierung der Herta-Lebenstein-Realschule in Stadtlohn fließen. Die Stadt schultert davon einen Anteil in Höhe von 1,3 Millionen Euro. Die Konturen der größten städtischen Investitionen der nächsten Jahre skizzierte Planer Heiner Farwick aus Ahaus am vergangenen Dienstag im Bauausschuss. Und er stellte zwei Prämissen unmissverständlich heraus: Die satte Landesförderung gibt es nur unter der Bedingung, dass die Typologie der Schule erhalten bleibt - und dass ökologische Komponenten wie der Einbau einer Biomasse-Heizung im Sanierungskonzept Berücksichtigung finden.

Ausführlich stellte Farwick dar, wie es heute um den in die Jahre gekommenen Baukörper der 1968 errichteten Schule bestellt ist. Er bescheinigte dem Kerngebäude eine für seine Zeit hohe Architekturqualität - und „tadellose funktionale Qualitäten". Gleichwohl gibt es vor allem in energetischer Hinsicht zahlreiche Probleme.

„Wärmedämmtechnisch katastrophal"

An vorderster Stelle dabei: die Fenster. Mit ihrer Schwingflügel-Technik lassen sie ein vernünftiges und sicheres Lüften kaum zu, die alte Verglasung hält die Energie kaum in den Klassenzimmern: „Wärmedämmtechnisch katastrophal", so das Fazit des Fachmanns. Aber auch die mehrfach „abgetreppten" Dachflächen bedürfen der Dämmung.

Beabsichtigt sei nun, die Fassade neu aufzubauen: Die unnötigen „Betonnasen" am Gebäude verschwinden, ebenso weitere Betonelemente - zugleich soll durch die neue „Einhausung" mit einer Betonfassade nicht nur das Gebäude besser isoliert werden, sondern auch die typische Gestalt erhalten bleiben.

Besser lüften

Neu gegliedert werden die Fenster: Mit einem großen Mittel- und zwei schmalen Seitenteilen erlauben sie künftig das Lüften ohne Probleme. Der Sonnenschutz kommt hinter die neue, warme Hülle, die Attika wird leicht erhöht.

Die Barrierefreiheit stellt einen Sonderpunkt dar. Da das Gebäude sich auf insgesamt fünf Ebenen verteilt, sei die Herstellung vollständiger Barrierefreiheit zu aufwändig: Die Aufzugsanlagen würden mit mehreren 100 000 Euro zu Buche schlagen. Eine Rampe im Erdgeschoss soll in Absprache mit der Schule ausreichen.

Sanierung im laufenden Schulbetrieb

Der neue Biomassekessel als Heizung nimmt eine Schlüsselstellung für das Konzept ein: Damit konnte Stadtlohn offensichtlich das Land überzeugen, um als eine von lediglich zehn Schulen in den Genuss entsprechender Fördermittel zu kommen. Die Umsetzung des ehrgeizigen Vorhabens muss weitgehend im laufenden Schulbetrieb erfolgen. Daher soll diese in mehreren Schritten erfolgen. Eingeschlossen sind auch Brandschutzmaßnahmen. Der Baubeginn ist für die zweite Jahreshälfte vorgesehen, die Detailplanungen kommen erneut in den Ausschuss.

aus der Münsterland-Zeitung vom 28. Januar 2010

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