Eine Brücke zwischen Freunden

Stadtlohn. Zwar wollte der Regen nicht enden, aber das konnte die Freude nicht trüben: 25 Jahre Partnerschaft - für das Kinderheim Dom Dziecka "Sobieradzik" in Wojcieszów / Polen und die Herta-Lebenstein-Realschule ein Grund zum Feiern.
So stand das Zeltlager auf dem Gelände des Kinderheims, zu dem mehr als 60 Schülerinnen und Schüler aus Stadtlohn samt Begleitern am Fronleichnamswochenende nach Polen gefahren waren, in diesem Jahr ganz im Zeichen dieses außergewöhnlichen Jubiläums.
Während eines gemeinsamen Festes schauten Heimleiter Marian Zwolenik und Schulleiter Ludger Terfrüchte zurück auf die Anfänge dieser Beziehung im Jahre 1988.
In seiner Festansprache erinnerte Heimleiter Marian Zwolenik besonders an Wolfram Hemsath, den Initiator der Partnerschaft, ohne dessen unermüdliches Engagement diese langjährige Verbindung nicht möglich gewesen wäre. Hemsath, der fast 40 Jahre lang als Lehrer an der Realschule in Stadtlohn tätig war, war im Jahre 2010 überraschend verstorben. Er war auch Mitbegründer des Vereins "Die Brücke e.V.", der an der Herta-Lebenstein-Realschule ansässig ist und sich unter dem Motto „Kinder helfen Kindern" vor allem die Unterstützung des Kinderheims in Wojcieszów zum Ziel gesetzt hat. So brachten die Stadtlohner Schüler auch einen Scheck über 4400 Euro zum Jubiläum mit. Das Geld hatten sie kürzlich bei einem Sponsorenlauf in der Schule eingenommen.
Neben den Aktivitäten im Zeltlager standen für die Schüler während ihres Aufenthalts in Schlesien trotz des Dauerregens auch Ausflüge nach Jelenia Gora, dem früheren Hirschberg, sowie nach Breslau und dem ehemaligen Konzentrationslager Groß-Rosen auf dem Programm.
Im Juli sollen die Feiern fortgesetzt werden: Dann werden die polnischen Kinder und ihre Erzieher zum Gegenbesuch in Stadtlohn erwartet - und dann wird hoffentlich auch das Wetter mitspielen. jba

HINTERGRUND

  • Zum Kontakt kam es zwischen dem Kinderheim im ehemaligen Kauffung und der Stadtlohner Schule erstmals 1988.
  • Das Hilfsprojekt entwickelte sich sehr schnell zu einer Partnerschaft und Freundschaft, von der beide Seiten profitierten.
  • Seit 1990 findet im Mai das Zeltlager in Wojcieszów statt, bei dem sich durch gemeinsame Unternehmungen deutsche und polnische Kinder und Jugendliche näher kennen lernen.
  • Kein Hindernis sind dabei sprachliche Probleme. Sie werden überwunden durch Gesten oder mit Hilfe eines kleinen Wörterbuches. Im gemeinsamen Spiel gelingt die Verständigung oft auch ohne Worte.

Beim Austausch der Erinnerungsgeschenke: Schulleiter Ludger Terfrüchte (Mitte) mit Irena Gabriel und Marian Zwolenik vom Kinderheim Dom Dziecka "Sobieradzik" in Wojcieszów (MLZ-Foto Balke)

aus der Münsterland Zeitung vom 8. Juni 2013

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