Abschied mit Überraschung

STADTLOHN Die Zahl sieben spielte eine besondere Rolle: 37 Jahre lang ist Ludger Terfrüchte schon Lehrer, seit 27 Jahren ist er an der Herta-Lebenstein-Realschule tätig und seit 17 Jahren Schulleiter - gestern nun verabschiedeten viele Weggefährten ihn in den Ruhestand.

Schulamtsdirektorin Andrea Kramer verabschiedete Rektor Ludger Terfrüchte an der Herta-Lebenstein-Realschule. Foto: MZ

Bewegende und humorvolle Momente warfen Schlaglichter auf den beruflichen Weg eines engagierten Pädagogen und Schulleiters. Die Wortbeiträge in der Aula der Schule zeichneten das Bild eines Lehrers, für den das Wohl der Schüler immer an erster Stelle stand - und der Spuren in der Stadtlohner Schullandschaft hinterlassen hat.
Bürgermeister Helmut Könning richtete den Blick auf drei herausragende Punkte in Terfrüchtes Zeit als Schulleiter - so auch auf den Weg der Namensgebung für die Schule: Das Schicksal des von den Nazis verschleppten und ermordeten Mädchens Herta Lebenstein aus Stadtlohn stehe für Toleranz, Frieden und Freiheit. Der zweite Punkt: die lebendige Partnerschaft mit dem polnischen Kinderheim Dom Dziecka „Sobieradzik" in Wojcieszów. Und Könning griff ein Thema auf, das gleich mehrfach zur Sprache kommen sollte: die Sanierung und den Umbau der Schule. Er würdigte das Engagement Ludger Terfrüchtes: „Sie waren ein Rektor mit Herzblut."

Rücksprache mit Herta

Dass sie Ludger Terfrüchte und seine Frau Doro schon seit 1977 aus dem Referendariat kennt, berichtete Regina Frenker, stellvertretende Leiterin der St.-Anna-Realschule. Sie sprach für die Schulen der Stadt. Regina Frenker lobte die stets gute Zusammenarbeit und verriet: „Hitzefrei gab es in St. Anna immer erst nach telefonischer Rücksprache mit der Herta."

Alexandra Hilbert dankte Terfrüchte im Namen aller Eltern für sein Wirken. Die Vorsitzende der Schulpflegschaft hatte ein besonderes Geschenk für den scheidenden Schulleiter mitgebracht: einen Konzertabend, der speziell für ihn im September in der Herta-Lebenstein-Realschule stattfinden soll.

Wertschätzung der Kollegen

Wertschätzung drückte sich auch in den Worten aus von Ines Heidemann und Marie Epping für die Schülerschaft: „Sie haben jedem einzelnen Schüler zur Seite gestanden und in jedem von uns das Gute gesehen." Terfrüchte habe den Schülern Werte vermittelt wie Respekt, Anstand, Nächstenliebe und Courage - und die Erkenntnis: „Jeder kann etwas erreichen, wenn er sich auf den Weg macht."

Er ist nicht nur der Konrektor, er war auch ein beruflich enger Weggefährte: Josef Balke setzte mit seiner Ansprache einen ganz besonderen Akzent. Gewürzt mit einigen gehaltvollen Prisen Humor und Selbstironie, blickte er zurück auf die gemeinsame Zeit im Kollegium der Realschule und in der Leitung der Schule. Er charakterisierte Terfrüchte als akribischen Schulleiter, dem es nie um sich selbst gegangen sei: „Du hast dich unermüdlich engagiert, um die bestmögliche Schule für die uns anvertrauten Schüler zu schaffen."

Musikalische Beiträge

Musikalische und szenische Beiträge lockerten den Festakt auf. Ein Lehrerchor sang, und das Kollegium formte ein „Ludger-Terfrüchte-Alphabet". Die Schüler verabschiedeten ihren Schulleiter mit Gesang, mit Tanz und mit einem Sketch, der frei nach Loriot einen Ausblick auf Terfrüchtes Ruhestand gab.
Nachdem Schulamtsdirektorin Andrea Kramer die Entlassungsurkunde überreicht hatte, ergriff Terfrüchte selbst das Wort. Er bekannte, nicht ohne Wehmut zu gehen - und bedankte sich bei allen, die ihn und die Schule unterstützt haben. Eine Überraschung wartete zum Schluss: Terfrüchtes ehemalige Klasse, die vor 25 Jahren die Schule verließ. Ihr Wunsch: „Wir hoffen, dass die Lehrer unserer Kinder genauso engagiert sind wie Sie damals für uns!"

aus der Münsterland Zeitung vom 28. Juni 2014

 

impressionen

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