Nachbarn zu Besuch im Klassenzimmer

Gemeinsamer Bio-Unterricht: Beim Zusammentragen der Gruppenar-
beitsergebnisse zum Thema Kuh kam auch der Spaß
nicht zu kurz. Foto: MLZ

Stadtlohn. Biologieunterricht steht auf dem Stundenplan der Klasse 5b der Herta-Lebenstein-Realschule - an diesem Tag mit Gästen. Sechs erwachsene Menschen mit Behinderung der benachbarten Haus Haller Werkstatt verfolgen das Geschehen, werden in die Tischgruppen einbezogen, arbeiten mit bei der Erstellung von Collagen. In Kleingruppen wird alles zum Thema „Die Kuh" gesammelt, ausgeschnitten, aufgeschrieben und strukturiert. Das große Bild einer Kuh hat die Lehrerin Britta Laumann zu Beginn der Stunde mit dem Beamer an das Whiteboard projiziert.
Nach der Frühstückspause und einem Rundgang durch die Schule geht es weiter mit Musikunterricht, diesmal mit der 5a. In der Mitte des Raumes stehen jede Menge Trommeln bereit, damit alle mitmachen können. Die Musiklehrerin Jutta Gehrigk gibt einen Rhythmus vor, der nachgespielt werden soll. Aber das ist leichter gesagt als getan.
Noch schwerer ist es, auf das Signal „Stopp" zu reagieren. Weil's einfach zu schön ist, weiterzumachen.
Sebastian aus der Werkstatt Haus Hall beteiligt sich zunächst nicht. Auf Nachfrage meint er, dass die Aufgabe für ihn zu einfach sei und er lieber Schlagzeug spielen würde. Damit hat niemand gerechnet und alle freuen sich, dass er anschließend mit dem schuleigenen Schlagzeug lautstark die Rhythmen unterstützt. In regelmäßigen Abständen verbringen Beschäftigte der Stadtlohner Werkstatt für Menschen mit Behinderung einen Vormittag in der Herta-Lebenstein-Realschule gleich nebenan.

Feste Einrichtung
Es ist ein Bildungsangebot und gleichzeitig gelebte Nachbarschaft. Ein Gegenbesuch in der Werkstatt ist bereits für April geplant. Dann kommen Realschüler für einen Vormittag in die Werkstatt an der Burgstraße.
Johannes Ebbing als Leiter der Stadtlohner Werkstatt und Harald Robers von der Herta-Lebenstein-Realschule sind sich einig, dass es immer wieder erstaunlich ist, mit welcher Selbstverständlichkeit jüngere wie ältere Schüler auf die Beschäftigten mit Behinderung zugehen.

aus der Münsterland Zeitung vom 17. Februar 2018

Haus Hall

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